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6 teilige halbstündige Serie für Kinder Deutsche Erstausstrahlung: 13.11.1977 (ARD) Darsteller:
Harry Sacksioni - Harry, de gitarist Hans van der Linden - Jean Jacques Plumo Michiel Kerbosch - Klabas Martijn Alsters - Tijn, de fluitist Michel Lafaille - Michel van dankjewel
Herman van Veen - Herman
Marlous Fluitsma - Marlous Ger Smit - Hans en Hans Koppes - Hans, de kok en kok Erik van der Wurff - Erik-in-de-kast Regie: Heinz Lindner Drehbuch: Herman van Veen Review:
Noch heute läuft mir bei einigen Szenen eine wohlige Gänsehaut den Rücken
hinunter, denn in der Serie steckt sehr viel Lebenslust und Spielfreude.
Aber vor allen Dingen werden durch die guten Musiker unterschiedlichste
Gefühlsstimmungen von melancholisch bis heiter von aufbrausend bis langsam
dargestellt. Die Serie spielt in einer fliegenden Mühle, und Hermann kann
Bilder lebendig machen, wodurch sich phantastische Geschichten entwickeln. In der ersten Szene von Folge 1 steigt das Mädchen Els einfach durch ein Bild, aus dem Sand rieselt, in die Wüste. In der Wüste begegnet ihr Hermann. Als Hermann in dieser Szene, die in Tunesien gedreht wurde, auf viele tunesische Kinder trifft, die ihn nicht verstehen, tanzt er spontan eine Art „Hüpftanz“.
Die Kinder mögen dass und machen sofort mit, und so hüpfen alle zusammen
fröhlich und ausgelassen auf Els zu, die einsam und traurig in der Wüste
steht. Die Musik verstummt, und Els fragt Herman, wo denn die "Professor
Prokutatis Krakedatus Straße" ist, in der Els wohnt. Hermann weiß dass aber
nicht und stellt ihr statt dessen seine Mühle vor, nachdem beide aus dem
Wüstenbild entstiegen sind. Beim Aussteigen aus dem Bild sitzt Hermann auf
dem Rahmen des Bildes, zieht seine Schuhe aus und lässt den Sand in das
Innere des sich immer noch bewegenden Wüstenbildes laufen. So entsteht der
Eindruck, als ob das Bild tatsächlich lebt. Als Hermann und seine Freunde,
die bei ihm in der Mühle wohnen, nach der Wohnstraße von Els suchen, ertönt
das geniale Lied „Weg da“. Dazu rennen alle ganz schnell durch die
seltsamsten Gegenden, z.B. führt ihre Suche auch durch einen fast trocken
gelegten Kanal, in dem sie in einem Kanu rudern.
Auf dieser
Hermann van Veen Fanpage steht der Text des Liedes: „Weg da“, und
hier sieht
man ein Cover des Soundtracks der Serie, der auch auf CD erschienen ist.
Allein die Lieder sind wunderschön, bei denen man herrlich seine eigene
Phantasie spielen lassen kann. Ich gerate beim Hören der Musik immer ins
Schwärmen und Träumen. Unter den
Musikanten ist der niederländische Gitarrist
Harry Sacksioni,
der herrliche Klänge aus seiner Gitarre hervorzaubern kann. In der Folge „Der tiefgefrorene Agent“ spricht ein Agent fast jedes Wort mit einem U. Statt Guten Tag sagt er Guten Tug. Als er die Mühle erblickt sagt er einfach nur „Muh“.
Das Geigenspiel von Herman hält der Agent für eine Geheimbotschaft und darum
organisiert er, fleißig wie er ist, eine dubiose Regierung samt deren
Generalstab. Und der lässt eine unsichtbare Rakete auf Herman abfeuern! Die
Rakete sieht aus wie eine Riesengroße glühende Zigarre, die aus einem
Flugzeug Hangar ferngesteuert wird. Der Agent möchte in einer Szene in Ruhe
telefonieren und geht dafür in die Kühlkammer eines Fleischfachgeschäfts.
Während des Telefonierens friert er ein.
In der Folge: „Das ängstliche Gespenst“ kämpft Hermann gegen einen Ritter in
einem Schlossbild. Vor diesem starken Ritter hat er keine Angst, aber als in
der Mühle das ängstliche Gespenst erscheint, zittern Hermanns Hände. Das
ängstliche Gespenst sieht sehr durchsichtig aus und begrüßt Hermann mit
einem zarten „Ahui“. Im Laufe des Gesprächs erscheinen dann auch noch die
Eltern des Gespensts und es gibt eine rührende und herzergreifende Szene, in
der Hermann im Schneidersitz zusammen mit dem ängstlichen Gespenst singt.
Ganz besonders habe ich die Tischtennisszene aus der vierten Folge: „Kampf der Giganten“ in Erinnerung. Das fand ich unheimlich, wie Hermann so lange Tischtennis spielte, bis er einen langen weißen Bart bekam und immer älter wurde.
Auf der Straße stößt Herman mit Rocky zusammen, einem Dreikäsehoch in
Ledermontur und mit einem poppig geschmückten Fahrrad. Rocky kommt mit zwei
großen Beschützern, Franky und Mausi, in die Mühle und fordert die Bewohner
zu einem großen Kräftemessen heraus. Es beginnt mit Apfelzerdrücken, einem
Tischtennismatch und endet friedlich mit einem Rock-'n'-Roll-Konzert. Vor
dem apfelzerdrückenden Rocker habe ich mich damals sogar gefürchtet.
„Der Knall im Schrank“ lautet der Titel der fünften Folge, in der es eine
wunderschöne Unterwasserszene gibt. Hermann spielt einen Lehrer, der mit
seinen Schülern lieber ins Grüne radelt, als Unterricht zu geben. Als er
plötzlich ein einem Teich landet, sieht man folgendes Bild:
Das ruhige Lied was Hermann unter Wasser singt ist eines seiner schönsten
und einfühlsamsten Lieder, dass ich kenne. Bevor Hermann in den Teich fällt,
versucht er den Kindern in der Schule vergeblich einige chemische
Experimente beizubringen, die in einem Seifenschaum Bad enden. Die Kinder
und Hermann sprechen in Stichwörtern, wenn Hermann vorfragt: „Ja?“, dann
antworten die Schüler mit einem schnellem: „Ja, ja, ja!“ Chor. Das ergibt
eine lustige Stimmung. Die Kinder trugen alle eine schneeweiße/schwarz blaue
Schuluniform, die ein bißchen ulkig aussieht. In der letzten Folge „Als die Mühle fliegen lernte“ geht es um die Einkaufswut von Hausfrauen. Eine ganze Horde von kopftuchbeschürzten Hausfrauen, die gut gewappnet mit ihren Einkaufswagen auf Hermann losstürmen, zeigen den zu erwartenden Schlussverkauf an. Danach landet Herman im Straßenverkehr und verursacht einen Massenzusammenstoß. Eine Horde wütender Autofahrer verfolgt Herman zur Mühle. Diese fliegt schließlich davon. Die Mühle steigt sogar über die Wolken hoch.
Während des Mühlenflugs, den Hermann mit einem Schiffssteuer steuert, ertönt
das Lied: „Wir kommen auf Euch zugeflogen“, das sehr gefühlvoll von allen
Bewohnern der Mühle mitgesungen wird und in mir ein „schwebendes“ Gefühl
erzeugt hat. Ich hatte den Eindruck, als ob ich gleich selber von meinem
bequemen Fernsehsessel aus mit in die Wolken abheben würde, so sehr hat mich
diese Flugszene angezogen.
Und dann kommt noch ganz am Ende der sechsten Folge die Tanzszene, in der
Hermann heftig schnell rennt; im Hintergrund spielt das „Weg da!“ - Lied,
und Hermann ist dreifach zu sehen. Diesen „Weg da!“ - Tanz sehe ich mir
immer wieder an und wippe dann mit meinen Füßen und Armen mit und bin selig,
wie im „Siebenten Himmel“
Die Mitbewohner in der Mühle sind Hermanns Freunde und Musiker, die teilweise alberne Späße machen. Klabas, der immer einen Schal trägt, brummt mit seinem Mund wie ein Auto. Dabei ahmt er mit seinen Händen einen Autolenker nach und geht so eine Runde nach der anderen durch den Mühlenhauptraum. Dann setzt er sich auf einen Stuhl und bedient mit seinen Füßen ein imaginäres Gaspedal.
Nun kommt Marlous herein und möchte ihren selbstgebackenen Kuchen servieren.
Als sie Klabas sieht, stellt sie ihn auf seiner Brust mit einem
„unsichtbaren“ Knopfdruck ab, und Klabas wendet sich hungrig dem Tisch zu.
Von dem runden Mühlenhauptraum aus zweigen die einzelnen Zimmer der Musiker
ab. Erik van der Wurf, der Pianist, der auch heute noch Hermann in seinen
Konzerten auf dem Flügel begleitet, haust in einem großen Schrank, in dem er
aber alles hat, was er braucht, besonders einige ausgefallene
Musikinstrumente und ein guter Kopfhöher gehören zu seinen
Lieblingsgegenständen. Meistens liegt er gemütlich in seiner Hängematte. Die
Atmosphäre in der Mühle ist immer locker, leicht und heiter, so als ob alle
Mühlenbewohner völlig sorgenfrei lebten. Die Trickszenen waren für die
damalige Zeit (70er Jahre) erstaunlich gut, aber dennoch einfach. Durch
Zeitlupe und Zeitraffer entstanden Effekte, die manchmal etwas unheimlich,
aber auch humorvoll wirkten.
Mein Fazit zu dieser Serie ist:
Herrlich skurril, vorsichtig gesellschaftskritisch, tolle Musik, verrückte
Ideen, eine ziemlich abstrakt gehaltene Serie, etwas bizarr
Endlich, nach über 20 Jahren Wartezeit, ist die Serie auf DVD erschienen.
Als ich davon las, war es für mich so, als ob Weihnachten und Geburtstag auf
einen Tag fällt, so sehr gefreut habe ich mich über die DVD. Für mich war
das wie ein kleines Weltwunder. Für einige Hermann van Veen Fans ist die
Serie ein kultiger Mythos, mit dessen Erscheinung auf DVD ein langgehegter
Wunschtraum in Erfüllung gegangen ist.
Auf
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