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Stern der Ungeborenen
Franz Werfel (Österreich 1890 - 1945)
Das literarische Sience Fiction Hörspiel hat eine epische Sience Fiction Story. Es hat 6 Teile die jeweils cirka 50 Minuten dauern. Die komplette Spielzeit des Hörspiels ist bei hoerdat.de mit insgesamt 286 Minuten angegeben. Die Produktion ist vom WDR aus dem Jahre 1990. Die utopische Zeitreise führt zu den "astromentalen" Menschen des Jahres 101 945! Der Erzähler des Hörspiels, Franz Werfel, gesprochen von Martin Benrath, wird von B. H., seinem Freund Billy Haas, in die Zukunft eingeladen und "befördert" . Die Menschen der Erde des Jahres 101 945 reisen auf eine hoch interessante Art und Weise. Der Mensch bewegt sich nicht mehr auf das Ziel zu, sondern das Ziel auf den Menschen. Das geschieht mit Hilfe eines Handflächen Großen Reisewürfels, in dem man bestimmte Formeln und Reiseziele eingeben kann. Nach dem man das gemacht hat, befindet man sich von der einen Sekunde auf die andere an dem gewünschten Zielort. Diese neue Art des Reisens bekommt Franz Werfel am Anfang des Hörspiels ausführlich von seinem Freund B. H. erklärt. Der erste Reiseversuch klappt gut, und schon befindet sich der Hörer inmitten einer phantastischen und traumhaften Welt. Die Menschen wohnen teilweise unter der Erde in Gebäuden, in die man über Fahrstühle gelangt. Bekleidet sind die Menschen nur noch sehr spärlich, sind fast nackt; nur ein zartes, dünnes, fast durchsichtiges, wehendes Gewand kleidet sie noch. Franz Werfel wird als netter Gast angesehen, dem die Menschen der Zukunft etwas bieten möchten und dem sie ihre Welt vorstellen möchten. Das geschieht durch die Führung seines Freundes B. H. Es gibt Menschen, die geweihte Namen tragen, wie etwa: "Der Mondgeweihte" oder: "Der Hochschwebende". Eine Liebesszene zwischen Franz Werfel und Lala hat eine sehr gefühlvolle Atmosphäre, und Werfels Verlangen nach Lala ist stark, und dieses Verlangen und die leichte Begierde ist atmosphärisch hervorragend dargestellt worden. Mir ist dabei vor lauter Rührung eine wohlige Gänsehaut den Rücken hinunter gelaufen; die bekomme ich immer, wenn mir eine bestimmte Szene in einem Hörspiel besonders gut gefällt. Das Leben scheint bis in die äußersten Fingerspitzen friedlich, aber eines Tages gibt es sogar eine Art von Revolution und Kampf von Bürgern, die das "astromentale" und völlig vergeistigte Leben nicht mehr mögen. Der Auslöser für diesen Krieg ist ein Mord der während einer Theater Vorstellung geschieht. Die Bürger, die den Krieg beginnen, leben in dem so genannten Dschungel und ihre Waffen bestehen aus psychischen Geschossen! Die Dschungel Bewohner haben eine Super Mentale Artillerie mit Depressions- und Melancholie-Geschossen entwickelt. Bei einem Treffer von einer 26 kalibrigen Selbst-Analyse hilft sogar kein Opiat mehr. Die Waffen des Dschungel Volks machen bewußt, was niemals bewußt werden darf, und schießen mit entsetzlichen Ernüchterungen. Der Streukegel ihrer Waffen kennt keine Grenzen, und sie wirken überall und sofort, wo sie eintreffen. Die Dschungel Menschen attackieren ihre Opfer mit den radikalstem Negativen, so dass der Angeschossene nicht ein mal mehr wünscht dahin zu scheiden. Als Gegenmittel helfen nur starke und Ruhe bewahrende Nerven. Während dieses Kampfes gehen Franz Werfel und sein treuer Freund und Wegbegleiter B. H. in den Wintergarten. Zunächst geschieht dort Wundervolles. Die Menschen, die durch die Psycho-Waffen der Dschungel Bewohner gestorben sind, werden in den Wintergarten transportiert, ein unterirdisch gelegenes Totenreich. Dort werden die Toten zurückverwandelt in deren Fötus Zustand! Dieser Vorgang wird als "Zurückführung" bezeichnet. Das heißt, es gibt im Wintergarten Felder mit Babyrüben; wenn man diese Babyrüben näher betrachtet, blickt man in ein menschliches Babygesicht mit winzig kleinen Augen. Das Unheimliche daran ist, dass der Blick der Augen und das Gesicht von den Babyrüben immer noch den Blick und den Gesichts Ausdruck der Toten besitzen; als diese noch auf der Erdoberfläche gelebt haben. Die friedliche und anheimelnde Atmosphäre auf dem Babyrübenfeld ist wunderschön, wie wenn man frisch gebadet oder frisch geduscht aus der Wanne steigt und sich pudelwohl fühlt. Man fühlt sich wie "neugeboren" auf dem Babyrübefeld. Durch den Wintergarten führt ein Animator die beiden Freunde (F.Werfel und B. H.) Er versucht ihnen dabei nur die schönen und glänzenden Seiten des Wintergarten zu zeigen. Auf einem Förderband gleiten die drei Herren durch den Wintergarten, und F.Werfel und B. H. möchten nicht zurückgeführt werden. Sie suchen verzweifelt eine Fluchtmöglichkeit, wobei B. H., der Freund Werfels, an manchen Stellen schlapp macht. Bei ihm beginnt schon ein bißchen die Zurückführung zum Fötus-Dasein zu wirken. Er lallt plötzlich: "Ooch, lass mich doch hier liegen, ich möchte nur ein Kindl´ werden." Werfel nimmt B. H. an solchen Stellen kräftig unter seine Arme und hilft ihm weiter zu gehen und redet ihm immer wieder guten und frischen Mut zu. Es gibt aber auch furchterregende und negative Bereiche im Wintergarten. Da gibt es Katabolieten Felder, auf denen grauenvoll zugerichtete "Lebewesen" nebeneinander, untereinander und übereinander stehen, liegen oder sitzen. Sie können sich zwar noch wild rühren, aber nicht mehr von der Stelle wegbewegen. Unglaublich gut und mit ausgezeichneter, düsterer und gleichzeitig unheimlicher Atmosphäre dargestellt sind die verstümmelten Menschfiguren im Wintergarten. Grausig ist es mitanzuhören, wie sich die armen und verunstalteten, neugeborenen Zwerge, die nun eher Ähnlichkeit mit einer verrunkelten Rübe haben, wütend mit einander zanken. Sie beschweren sich beim Animator, dem Wächter des Wintergartens (sehr gut gesprochen von Hans Korte!) über ihren erbärmlichen Zustand. Zum Anblick der Verstümmelten im Wintergarten auf den Katabolieten Feldern sei gesagt, dass die Breugelschen Höllengemälde dort Wirklichkeit geworden sind. Auch das humoristische Gedicht vom Knie, dass einsam durch die Welt ging, ist in den Kataboliten Ereignis geworden. Dabei vielen mir sofort einige Bilder von Hieronymus Bosch ein, der teilweise auch einzelne Körperteile eines Menschen wandernd und Geräusche von sich gebend und durch die Welt ziehend gezeichnet hat. Eine fast unfassbare Atmosphäre breitet sich hier dem Hörer des Hörspiels aus, die ich niemals in meinem Leben vergessen werde, so gut ist sie gemacht. Hier kann man die Szene im Wintergarten auf dem Katabolieten Feld hören. Auch z.B. auf der Erde der Zukunft gibt es einen Lehrraum, in dem es Schüler gibt, wie der fleißig von einem Kometen zum anderen, springenden "Io Knirps". Ich finde die Szenen mit dem Schüler, Io Knirps gehören mit zu den atmosphärisch am gelungensten Szenen des Hörspiels. Das Kometen-Springen mit all den Schülern, dem Lehrer, mit Io Knirps selber und mit dem Erzähler, ist ein phantastisches Hörerlebnis. Beim Kometen-Springen schwebt man im Raum daher, und es ertönt dazu eine ruhige Musik, bei der man entspannen kann. Die Szene des Kometen-Springen ist dermaßen echt gemacht, dass sich vor meinem geistigen Auge, in meinen Gedanken und in meiner Phantasie sofort ein Raum mit schwebenden Menschen eröffnete. Ruhige Musik in dieser Szene unterstütze diese Phantasie. eröffnete. Dabei "schwebte" ich fast in meinem Bett beim Hören, denn Hörspiele höre ich nur in liegender Position. Ich kam mir sehr leicht und locker vor und verspürte ein noch nie gekanntes Glücksgefühl während der Kometen Szene, die man sich hier anhören kann: Franz Werfel begegnet auf seiner Gastreise in die Zukunft auch weisen und gelehrten Menschen. In der heutigen Zeit würde man sie als Wissenschaftler oder Medizinmänner der Indianer bezeichnen. Werfel wird eine Audienz gewährt bei einem der Gelehrten. Er kann dem Gelehrten, der den Namen "Hochschwebender" trägt, eine einzige Frage stellen. In einem Raum schwebt der menschliche Gelehrten-Körper, in geringer Entfernung von dem fragenden Menschen. Franz Werfel fragt den Gelehrten: "Was war der wichtigste Augenblick meines Lebens?" Daraufhin überspielt bzw. überträgt der Hochschwebende in das Gehirn von Werfels geistiger Phantasie Bilder, die dem Hörer eindrucksvoll geschildert werden. Diese Traumsequenz-Szene, kann man hier hören. Auch Christian Brückner in der Rolle des jüdischen Arztes "König Saul" spricht wie immer sehr gut. In dem Hörspiel gibt es viele phantastische Traumbilder und mentale "Von Ort zu Ort" Transport Szenen (mit Hilfe des oben erwähnten Reisewürfels), die jeweils einen neuen Bereich der von B. H. vorgestellten Erde einläutet. Das Hörspiel hat mich dermaßen fasziniert und im positiven Sinne aufgewühlt, ja sogar fast aufgerüttelt, so dass ich meine Gedanken und Gefühle, die ich beim Hören hatte, euch gerne mitteilen wollte. In manchen ruhigen Szenen wirkt das Hörspiel aber auch total entspannend, man kann dabei richtig relaxen und sich zurücklehnen und dabei völlig in eine phantastische Welt, die voller Träume und mentaler Gedanken ist, eintauchen. "Stern der Ungeborenen" hat mich richtig ein bißchen süchtig nach mehr gemacht :-) Ich könnte es sofort nochmals hören. Nun folgt noch eine Linksammlung über Franz Werfel, mit Kommentaren von mir über die jeweilige Seite, die ich vorstelle und selber zusammen gestellt habe: Interessantes Zitat aus einer Biographie, die den Roman "Stern der Ungeborenen" betreffen: "Franz Werfel arbeitet, obwohl er schon schwer krank ist, fieberhaft an seinem letzten Roman "Stern der Ungeborenen". 1943 sich verschlimmernde Angina Pectoris; zwei Herzanfälle. Kurz vor seinem Tod vollendet er seinen letzten Roman." Interessantes Zitat aus einer Biographie, die den Roman "Stern der Ungeborenen" betreffen: "Franz Werfels letztes Werk "Stern der Ungeborenen" (Stockholm 1946), das im Jahre 101943 nach Christi Geburt handelt, ist auch sein am stärksten autobiographisch geprägtes Werk, das sich von anderen prominenten utopischen Werken einer gleichgeschalteten Gesellschaft, wie von George Orwell und Aldous Huxley, dadurch unterscheidet, daß nicht eine eindimensionale und in einem Zustand erstarrte, negativ besetzte Zukunftswelt, sondern ein ungeheuer dynamischer Epochenwandel geschildert wird." Interessantes Zitat aus einer Biographie, die den Roman "Stern der Ungeborenen" betreffen: "Werfel wurde vielmehr weltlich bestattet; die Einsargung veranlaßte seine Witwe analog des im »Stern der Ungeborenen« Geschilderten: W. ist mit einen abgetragenen Anzug bekleidet, mit der Brille in der Tasche und einem zweiten Oberhemd versehen, in den Händen einen Rosenkranz. Werfels Beisetzung fand am 29.8. 1945 statt; die Sopranistin Lotte Lehmann (27.2. 1888 - 26.8. 1976) sang begleitet von Bruno Walter (eigentlich: Bruno Walter Schlesinger, 15.9. 1876 - 17.2. 1962). Werfels sterbliche Überreste wurden am 19.8. 1957 auf den Rosendale Cemetery überführt; sein Ehrengrab wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof errichtet Das Trauma des früh geborenen und vorzeitig gestorbenen Sohns verarbeitet W. im »Bocksgesang«, im »Stern der Ungeborenen«." Stern der Ungeborenen Radio Hörspiel Infos Sieben weitere Radio Hörspielbeschreibungen stehen auf dieser Seite, wenn man im linken, kleinen Suchfeld bei Autor nach dem Namen Werfel sucht: Stern der Ungeborenen Buch MINI-Rezensionen von amazon.de Kunden Stern der Ungeborenen Buch MINI-Rezensionen von utopie1.de Texte zum Lesen im Internet: Einige Gedichte, wie zum Beispiel "Rache", die sogar etwas gemeinsam haben mit den Texten von Carl Orff und Alma Mahler (Witwe von Gustav Mahler), die F.Werfel 1929 heiratete. Carl Orff Liedtexte von Franz Werfel, darunter zum Beispiel: "Als mich dein Wandeln an den Tod verzückte" und "Der gute Mensch": Gedicht: "Ich habe eine gute Tat getan": gedichte.de und geocities.com Gedichte: "Kindheit" "Lesbierinnen" "Der Sonntag-Abend" Arbeitspapier: "Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig" (mit inhaltlicher Zusammenfassung) Referat über die Kurzgeschichte: "Die Hoteltreppe" Sonderbriefmarke zum 100. Geburtstag Franz Werfel über frühere Leben (zum Thema: Reinkarnation) Infos über Franz Werfels: „Die Troerinnen” Theaterstück, 1914 entstanden, Uraufführung 1916, Nachdichtung nach Euripides Foto, Beschreibung und Pressestimmen des Theaterstücks „Die Troerinnen” von der Volkstheater Wien Aufführung 1995: Probenfotos des Theaterstücks „Die Troerinnen” von der UNIVERSITÄT ZU KOELN Aufführung 2005: Probe 1 und Probe 2 Theaterstücke Übersichtsseite von Stücken, die auf dem Broadway in Amerika aufgeführt worden: "Eine blassblaue Frauenschrift" Hörbuch Lesung von Martin Benrath Info Seite: "Die vierzig Tage des Musa Dagh" Hörbuch Lesung von Christian Brückner Info Seite: Biographien und Bibliographien: onlinekunst.de und maurice-abravanel.com Nachlasswerke, teilweise unvollständig Knut Hickethier Buch über den Roman: "Die blassblaue Frauenschrift" 2 Filmrezensionen mit Fotos über den deutschsprachigen Fernsehfilm: "Eine blassblaue Frauenschrift": (Regie Axel Corti): 3sat.de und filmarchiv.at Großformartige Fotos und Infos aus dem englischsprachigen Film "The Song of Bernadette" ("Eine blassblaue Frauenschrift") Ausführliche Hintergrundinformationen und viele Fotos, z.B. von den Dreharbeiten über den englischsprachigen Film "The Song of Bernadette" ("Eine blassblaue Frauenschrift"): Ausgewählte und besonders schöne Fotos kann man auf meiner Franz-Werfel-Foto Seite sehen. |