Die Grashüpferinsel Grasshopper Island AUS/GB, 1968 - 1969

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hersteller der deutschsprachigen DVD: Pidax Film

Hersteller der englischen DVD: Grashopper.co.uk

User Kommentare: auf wunschliste.de

13 Episoden Deutsche Erstausstrahlung: 04.09.1973 (ARD)

Inhalt:

Die Brüder Smarty, Toughy und Mouse wollen wie Robinson leben. Sie landen auf einer einsamen Insel, und gleich stellen sich viele Probleme ein. Die Nahrungsbeschaffung ist nicht gerade einfach. Und wer soll in der Hütte für Ordnung sorgen? Problem Nr. 3: Ist die Insel wirklich unbewohnt?  (Funk Uhr 37/1973)

Darsteller:

Patricia Hayes (Lupus), Julian Orchard (Cornelius Button), Frank Muir (Dr. Hopper)

Drehbuch: Joy Whitby

Sprecher:

Erzähler: Hans Korte, Mouse: Oliver Rohrbeck, Cornelius Button: Wolfgang Kieling, Der Ältliche Junge: Hans Clarin, Lupus: Tilly Lauenstein

Rezension:

Großen Dank an pidax-film! Die „Grashüpfer-Insel“, die auf der großen Mittelmeer Insel Korsika und in Wales spielt, ist einfach genial: Die drei Kinder toben fröhlich nach Herzenslust auf der Insel, fast ganz ohne Erwachsene herum und man hört ständig Grashüpfer. Für mich ist es ein Traum von einer guten Jugendserie mit feinem Humor. Die ruhige Serie tut meinem Herzen so richtig gut in dieser teilweise zu hektischen und schnelllebigen Zeit und die lockere Atmosphäre in der Serie steckt richtig an. Cornelius Button ist ein außergewöhnlicher und schräger Grashüpfer-Sammler. Er verhindert außerdem, dass Töchter einer Gouvernante auf die Insel gelangen. Er schreibt der Gouvernante einfach einen Brief, dass er fremde Kinder am liebsten „eingelegt“ ißt, und siehe da: schon kommen die Töchter der Gouvernante nicht.

Die gesamte Serie hat großen Charme, den die Schauspieler excellent ausstrahlen. Der „Ältliche Junge“, ein unerwachsener Spätentwickler, ist sehr herzlich zu den Kindern, und die Fahrt auf seinem Boot ist spannend.

Zu Beginn der Serie sieht man wie Erwachsene den Kindern Vorschriften erteilen, indem sie die Kinder mit Worten auf die alltäglichen Dinge und Arbeiten, die es im Leben eines jeden „braven“ Kindes zu erledigen gilt, aufmerksam machen. Diese Szene ist „überzeichnet“ und steckt voller Ironie, weil die Erwachsenen mit verstellten Stimmen sprechen und übertrieben agieren, was einen großen Lacheffekt ergibt. Es gilt dabei z.B. dem Übel, des Haareschneidens bei einem Frisör zu entkommen.

Ebenso schön ist die Beziehung zwischen der Haushälterin Lupus und dem Heuschreckenforscher Cornelius Button. Lupus ist leicht grantig, und Cornelius Button spielt fast etwas eingeschüchtert durch das Verhalten der Haushälterin.

Nun etwas zu den drei Brüdern. Der 12 jährige Smarty hat stets Antworten auf alle möglichen und unmöglichen Arten von Fragen. Der 10 jährige Toughy möchte gerne ein Soldat werden. Er bekommt allerdings ein Übelkeitsgefühl, wenn er Blut oder Knochen sehen muß. Und schließlich der 7 jährige Mouse, er sammelt Hüte und ißt so gerne Käse.

Das allerbeste auf der Insel ist das Fehlen von Haarschnitten von quirligen Frisören. Genauso gibt es keine umständlichen und nieendenwollende Schulabendessen, die in England eine große Tradition haben. Und die Krönung ist das Nicht Vorhandensein von „Gute-Nacht-Küssen“ von besorgten und liebevollen Eltern. Statt dessen gibt es auf der Grashüpfer Insel Sonne und Strand pur, Früchte auf Bäumen und Fische in der See. Faullenzen ist das A und O auf der Insel, was den Kindern sichtlich Spaß macht. Die drei Brüder sind vor allen Dingen auf die Insel geflüchtet, weil sie es müde sind, immer nur Hausaufgaben machen und artig ihre Zähne putzen zu müssen.

Das magische Gefühl der „Großen Flucht“ in ein Land ohne Erwachsene kommt in dieser Serie sehr gut zum Ausdruck.

Die Serie hat sogar einige verzauberte und zugleich surrealistische Elemente. Außerdem gibt es ein paar mystische und verträumte Szenen. Die Serie hat eine total lockere und leicht schwebende Atmosphäre, die ganz besonders durch die Erzählweise des Sprechers Hans Korte unterstützt wird. Die Sonnen durchflutende Szenen sind mir in starker Erinnerung beim Anschauen der DVD geblieben. Dabei ist in mir ein Drang aufgekommen, sofort auf einer einsame Insel mindestens ein Jahr Urlaub zu machen, um aus dem manchmal zu grauen und tristen „Deutschen“ Alltag zu entfliehen. Einige feine Abenteuer erleben und um mal richtig entspannen! Auf der „Grashüpfer-Insel“ kommt das „Robinson Crusoe Freiheitsgefühl“ enorm zur Geltung, weil die Kinder den ganzen Tag und manchmal sogar die Nacht hindurch machen, tun und lassen können, was sie wirklich wollen.

Ich habe noch nie einen Film gesehen, wo die Hitze und der Sommer so gut rübergebracht wurden, wie in dieser Serie. Es gibt lauter Abenteuer und was Jungs so machen konnten, als es noch keine Joysticks und Computer gab. Die Story ist ruhig und ohne Action, fast so wie ein selbst erlebter Nachmittag in den frühen 70-ern nach der Grundschule in klirrender Sommerhitze. Und dabei einfach schöner als das, was heute den Kindern pausenlos aus allen Kanälen auf berieselnde Art Weise vorgesetzt wird.

Nun folgen noch einige der schönsten Momente, die mir aus der Serie in guter Erinnerung geblieben sind:

Grillenzirpen, Sommer, gleißende Sonne, wundervolle sanfte Musik, Traubenmatschen mit den Füßen - einfach zum Träumen.

Ein Fass mit Käse, dass eines schönen Sommertages plötzlich an ein Ufer gespült wurde, und dieser Käse war schon total zerlaufen und übel riechend.

Der blaue Grashüpfer in einem Glas in der Schlußszene.

Hier noch zwei Infos zu zwei großartigen Synchronstimmen in der Serie:

Cornelius Button´s Stimme ist Wolfgang Kieling, Stimme des Erzählers: Hans Korte. Beide Schauspieler sind schon verstorben und gehören mit zu den besten deutschen Darstellern. Wolfgang Kieling hat besonders in Jugendhörspielen wie z.B. in „Der Kurier des Zaren“ mit seiner unverwechselbaren und faszinierenden Stimme die Menschen begeistert und verzaubert. Ein Link zu einer Übersichtsseite mit allen Hörspielen in denen W. Kieling gesprochen hat. Er hat aber auch in vielen alten Film-Klassikern seine ausgezeichnete Schauspielkunst gezeigt. Hans Korte hat auch in einigen Radio-Krimi-Hörspielen mitgewirkt, u.a. in der Serie „Das Triumvirat“ und hat in vielen TV-Serien mitgespielt. Die drei Triumvirat Krimis kann man als Podcast auf den folgenden Seiten gratis downloaden:

Das Triumvirat

Das Triumvirat spinnt

Das Triumvirat hext

Und auf den nächsten Seiten gibt es Rezensionen über Das Triumvirat zu lesen:

Triumvirat Rezension 1

Triumvirat Rezension 2

Wikipedia Eintrag zum Triumvirat

Ich kann die Grashüpfer-Insel Serie jedem der gerne lustige Jugendserien mit Feingefühl sieht wärmstens empfehlen und wünsche euch viel Spaß damit.