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Miniserie in 3 Teilen Deutsche
Erstausstrahlung: 03.04.1983 (ZDF Darsteller: Rock Hudson (Colonel John Wilder), Maria Schell (Anna Lustig), Wolfgang Reichmann (Leif Lustig), Fritz Weaver (Vater Peregrine), Barry Morse (Peter Hathaway) Regie: Michael Anderson nach dem Buch von Ray Bradbury Entstehungs-Geschichte der Mini-Serie: "Die Mars-Chroniken", 1950 erstmals erschienen, sind ein Klassiker der Science-ficiton-Literatur. Sie haben bereits eine Auflage von zehn Millionen erreicht. Ihr Autor, der 1920 geborene Amerikaner Ray Bradbury, schuf auch den Roman "Fahrenheit 451", der von Truffaut verfilmt wurde. Die Schilderungen beginnen im Januar 1999 mit der ersten bemannten Marsmission und enden im Jahre 2026 mit einem Picknick. Wir erleben, wie mehrere Missionen wegen kleiner Missverständnisse tödlich scheitern, da Marsianer und Erdlinge sich nicht richtig verstehen; wie die ersten Siedler den Mars erobern und welche teilweisen verrückten Ereignisse den Charakteren widerfahren... Die Serie entstand 1980 nach der Vorlage der berühmten gleichnamigen 11 SF-Kurzgeschichten von Ray Bradbury unter der Regie von Michael Anderson. In Deutschland strahlte das ZDF den Dreiteiler erstmals vom 03.04.1983 - 06.04.1983 in seinem Spätprogramm aus. Leider gab es bis heute keine weitere Wiederholung. Lediglich wurden später nochmal einige Ausschnitte aus der Serie im ZDF als Testsendung für den Zweikanalton gezeigt.
Story: Die USA startete den ersten bemannten Flug zum Mars. Als die Astronauten auf dem Mars angekommen sind, stellten sie überrascht fest, dass es dort Sauerstoff gibt und sie atmen können. Man konnte dort atmen; da die Luft dünner war, kommt man nur schneller aus der Puste. Die Erdbewohner haben also sofort damit angefangen, Kolonien auf dem Mars zu errichten und Städte zu bauen; irgendwann fand man Ruinen und Überreste von alten Städten von Marsbewohnern und fand herraus, dass die vor tausenden von Jahren hier auf dem Mars gelebt haben müssen. Später entdeckte man dann aber, dass die Marsbewohner immer noch auf dem Mars leben, sie leben nur in einer zeitlich versetzten Dimension. Review: Den dreiteiligen Film habe ich als Jugendlicher nachts im ZDF, während der Erstausstrahlung 1983, mit zitternder Spannung verfolgt und war dabei sehr berührt von den Marsianern. Die unheimlichen Marsmenschen sind sehr groß und haben keine Haare auf dem Kopf.
Mit ihren stechenden Augen haben sie mir damals Angst gemacht. Durch die sphärische Musik, die gespielt wird, wenn ein Marsianer zu sehen ist, wird eine enorm gute und spannende Science-Fiction Atmosphäre erzeugt. Sehr überrascht und erschreckt war ich von der arroganten Art des männlichen Marsianers, als er die Träume und Vorahnungen seiner Frau missachtete und sie völlig ignorierte. Seine Frau sagte ihm, sie habe von einer Rakete geträumt, die bald auf dem Mars landen wird und darin sei ein Wesen. Arrogant sagte der männliche Marsianer, dass es nur ein Traum sei, und überprüfte heimlich den Patronenvorrat seiner Waffe. Ich dachte damals, dass er keine ungebetenen Gäste mag und vielleicht sogar von seiner gefährlichen Waffe Gebrauch machen würde, nur um in aller Ruhe weiter leben zu können. Und tatsächlich, als der erste Astronaut dem männlichen Marsbewohner begegnet, erschießt der Marsianer ihn nach kurzem gegenseitigen Innehalten und Erstaunen. Die geschieht in einer absoluten Stille und ohne jegliche Vorwarnung. Völlig gleichgültig kehrt der Marsbewohner wieder zu seiner Frau zurück und sagt ihr, es sei alles in bester Ordnung. Als die zweite Expedition auf dem Mars landet, gehen die Erdlinge zu einem malerischem Dorf. Es ist ruhig, doch die Ruhe trügt. Sie werden von Menschen herzlich Willkommen geheißen. Seltsammerweise wundern sich die menschlichen Weltraumfahrer nicht einmal besonders, dass es hier auf dem Mars Menschen gibt; sie lassen sich einfach zu Tisch nieder und essen mit den netten Menschen. Die freundlichen Menschen wissen Details über die familiären Verhältnisse der Astronauten. Die Astronauten sind dermaßen von der Freude überwältigt, auf dem Mars sogar alte Bekannte und Familienmitglieder wiederzutreffen, dass sie sich nicht weiter fragen, warum hier Menschen sind. David, einer der Expeditionsteilnehmer ist müde und legt sich in ein frisch gemachtes Bett in dem Haus seiner Verwandten nieder. Man sieht nun, wie David in Trance fällt und die beiden folgenden Bilder entstehen:
Als die Serie etwas später im ZDF im Bruchstücken als Testzwecke für Zweikanal Tonsendungen wiederholt wurde, erinnere ich mich noch haargenau an die folgende Schlüsselszene, bei der ich mit einem nassen T-Shirt (vor lauter Angstschweiß) völlig gebannt und sogar etwas paralysiert, vor dem Bildschirm saß: Die Eltern von David wohnen auf dem Mars und sind traurig, weil ihr Sohn bei der zweiten Expedition verschollen ging. Eines Nachts taucht David wie aus einem Nebel plötzlich wieder auf. Die Freude der Eltern ist groß, und alle drei führen ein schönes Leben auf dem Mars. Die Eltern von David sitzen gemütlich zusammen mit ihrem Sohn am Essenstisch. Es wird nett geplaudert, doch plötzlich herrscht eine seltsame Stille, und David guckt mit weit aufgerissenen Augen mitten in einem Satz, den er spricht, seine Mutter (Maria Schell) an. David unterbricht seinen Satz und schweigt nun mit weit geöffneten Augen mehrere Sekunden lang, sein Mund ist dabei geöffnet. Maria Schell spricht mit verwunderter und ängstlicher Stimme zu David : "David ? Hör zu, du bist nicht David! Du bist nicht mehr mein Sohn, da ist irgendetwas falsch mit Dir. David was ist mit Dir? Du bist David und Du bist nicht David. Warum kannst Du mich nicht akzeptieren?" Danach hebt David seine Hand hoch und spreizt alle fünf Finger vor seinem Gesucht, als ob er etwas Unangenehmes von ihm abwenden möchte; steht auf und läuft aus dem Haus. Seine Eltern schauen ihm Arm in Arm voller Sorge und Verwunderung nach und sehen noch, wie er in die weite Wüste läuft. Da ist mir damals eine wohlige Gänsehaut über den Rücken gelaufen, und in der Serie kommt das Unheimliche so richtig gut zur Geltung.
Eine weitere Kultszene
ist für mich die Stelle, in der in einer kunterbunten Bar auf dem Mars
unerwarteter Besuch kommt. Der Barkeeper steht mit seiner Frau an der Bar
und beide genießen fröhlich ein Getränk. Plötzlich steht ein hühnenhafter
Marsianer vor dem Barkeeper. Der Marsianer siegt bedrohlich aus; er hat eine
Maske auf und einen langen Gegenstand in der Hand, den der Barkeeper
irrtümlich für eine Waffe hält. Die nun aufkommende Stille ist kaum auszuhalten, so angespannt ist die Atmosphäre. Der Marsianer hebt den Gegenstand
und möchte ihn dem Barkeeper überreichen; der Barkepper denkt, dass nun sein
letztes Stündlein geschlagen hat, wenn er sich nicht wehrt. Darum erschießt
er den Marsianer. Die Gestalt des Marsianers sackt in sich zusammen und löst
sich in Luft auf; übrig bleibt nur noch der Umhang, der den Marsianer sehr
schick gekleidet hat. Als das Barkeeper Ehepaar die Überreste des Marsianers
untersuchen, bemerken sie, dass der Marsianer dem Barkeeper nur einen
„friedlichen“ Gegenstand überreichen wollte. Es stellt sich heraus, dass auf
dem Gegenstand das Testament der letzten Marsianer gespeichert ist. Die
Marsianer haben geahnt, dass sie sehr bald völlig aussterben würden, und
wollten den Menschen ihr Vermächtnis gerne in Frieden überreichen. Aber
leider führte das oben beschriebene Missverständnis, wie es oftmals vorkommt bei der Verständigung zwischen zwei fremden Völkern sogar auf der Erde
unter uns Menschen, zu einem tragischen Unfall mit Todesfolge für den Marsianer, der es nur gut meinte. Leider traf er bei der Testamentsübergabe
ausgerechnet auf einen angeheiterten (vom Alkohol) naiven Barkeeper. Der
Marsianer dachte vielleicht, dass auf Grund der bunten Farben des Hauses
dies ein wichtiges Gebäude sei. Aber erst als der Marsianer von dem
Barkeeper getötet wurde, merkt das Ehepaar, dass sie nun das wichtigste
Testament, dass jemals in der Geschichte der Raumfahrt geschrieben wurde, in
den Händen halten.
Zauberhaft schön sind auch die Bilder, in denen die Marsianer mit ihren Wüstenschiffen durch den heißen Wüstensand fahren. Das sieht aus wie wenn ein Schiff durch hohe Wellenwogen langsam gleitet, nur dass es hier auf dem Mars statt Wellen Wüstensand ist, durch den ihr Schiff, nur wenige Zentimeter vom Boden abgehoben, schwebt . Mit königlicher und aufrechter und stolzer Haltung stehen die Marsinaer auf ihren Schiffen und blicken stumm in die Ferne.
Eine surealistische Sequenz erfährt der Zuschauer, als ein Pastor schwebend von drei blauen strahlenden Leuchtkugeln in den Himmel gehoben wird. Die Leuchteffekte der Kugeln sind phantastisch und überbieten alle Strahleneffekte, die ich je gesehen habe. Dazu hört man eine tiefe Stimme, und ich befand mich beim Anschauen dieser Szene fast ein bisschen wie in Trance. Die Leuchtkugeln sind plötzlich da, ohne jegliche Vorankündigung, und gerade dieser Überraschungseffekt machte die Szene besonders gut. Der Pastor wird später noch einmal eine wichtige Rolle spielen; also wurde er nur vorübergehend von den Kugeln entführt. Er berichtet dann allerdings nicht von seiner "kugeligen" Entführung. Dass, was er mit den Kugeln im Himmel erlebt hat, wird offen gelassen und somit die Phantasie des Zuschauers angeregt.
Dann war es ein humorvolles Erlebnis zu sehen, wie ein Man ständig auf einen Funkkontakt mit einem anderen Menschen hoffte und andauernd am Funkgerät saß. Denn nachdem er endlich eine Frau am anderen Ende der Leitung hörte, flog er viele hundert Kilometer weit um sie in einer Art Vergnügungspark zu treffen. Voller Hoffnung auf eine gute und lange Beziehung, kochte er in einem menschen leeren Restaurant ein schmackhaftes und gar vorzügliches Mahl. Die Frau und der Mann saßen sich gegenüber, und eine leichte und sehr seichte Unterhaltung begann. Er stellt der Frau ernsthafte Fragen, aber sie reagiert nur mit Albernheit auf seine Vorstellungen von einer Beziehung. Maßlos enttäuscht und völlig genervt von ihrer kindlichen, exaltierten und viel zu lustigen Art, fliegt er wieder nach Hause.
Beinahe zu Tränen gerührt war ich bei der folgenden Szene: ein Wissenschaftler beobachtet Tag und Nacht den Himmel mit einem großen Teleskop, um Ausschau nach fremden Schiffen zu halten. Dabei hilft ihm seine Frau und seine Tochter. In einer schönen Nacht entdeckt er tatsächlich ein Schiff auf seinem Teleskop. Seine Freude ist groß und er schaut überglücklich und selig aus. Später als ihn der Pastor und Rock Hudson (Hauptdarsteller) besuchen, bewirten die Frau des Wissenschaftlers und seine Tochter die Besucher herzlich und eine warme und gemütliche Atmosphäre entsteht. Mit starker Liebe umgarnt der Wissenschaftler seine Frau und Tochter. Diese übertriebene Liebe und das total unterwürfige und stoische Verhalten von Frau und Tochter machen die Besucher stutzig. Rock Hudson und der Pastor gehen in den Garten und entdecken dort eine liebevoll gepflegte Grabstelle. Auf den beiden Grabsteinen stehen die Namen von der Frau und der Tochter des Wissenschaftlers. Mit schaudernden und erschreckten Augen gehen die Besucher wieder zurück in das Haus und entdecken dabei, dass der Wissenschaftler zwei Androiden gebaut hat, die jetzt die Stelle seiner verstorbenen Frau und Tochter einnehmen. Den beiden Androiden merkt man nicht an, dass sie nicht menschlich sind. Als die Besucher wieder im Haus sind, bekommt der Wissenschafter vor den Augen seiner beiden Androiden, plötzlich einen Herzinfarkt und stirbt friedlich in den Armen seiner Besucher, in dem Glauben, dass sein Geheimnis nicht gelüftet wurde. Nun merkt man dass die beiden Androiden nicht menschlich sind, denn sie sind nicht traurig über den Tod ihres geliebten Mannes und Vaters. Etwas fröhlich schreiten sie sofort zum alltäglichen Tageswerk des Abwaschens fort. Als Rock Hudson und der Pastor weiterfliegen, verraten sie den beiden Androiden nicht, dass sie keine echten Menschen sind, wahrscheinlich hätten sie das auch nicht verstanden. In der Rolle des Wissenschaftlers spielt meisterhaft und mit viel Gefühl Barry Morse, dass war der Professor Victor Bergman (unvergesslich mit seiner Zigarre) aus der Serie Mondbasis Alpha 1
Am Ende der Mars Chroniken kommt es zu einer Zeitverschiebungsszene, in der der Mensch Rock Hudson eine völlig andere Landschaft sieht als der Marsianer. Diese geniale Szene steckt voller friedlicher und philosophischer Phantasie. Beide versuchen sich die Hand zu reichen, obwohl sie sich in einer anderen Zeit befinden, und auf einmal ist der Marsianer verschwunden als ob er sich in Luft aufgelöst hat. Der Marsianer spricht von vielen hellen Lichtern einer Stadt, in dessen Straßen er gerade steht. Rock Hudson sagt, dass er nur eine karge und öde Landschaft sieht. Das Gespräch verläuft überaus freundlich und beide äußern ihre Träume von der Zukunft. Der Blickwinkel, aus dem uns der Regiesseur in diese Szene Mensch und Marsianer betrachten lässt, ist außergewöhnlich, und so entsteht eine etwas runde objektive Sichtweise, so als ob die Kamera um Marsianer und Mensch während des Dialogs im Kreise herumfährt. Die Lichtverhältnisse in dieser nächtlichen Szene sind dunkel blau leuchtend bis dunkel blau matt schimmernd ohne Glanz oder sonstige Effekte. Da Blau meine Lieblingsfarbe ist, habe ich in den folgenden Bildern ohne Ende geschwelgt und sie mir öfters hintereinander vorgespielt; so begeistert und fasziniert war ich von der gesamten Atmosphäre, die diese Bilder ein wenig versuchen zu vermitteln:
Viele weitere Screenshots aus der Serie kann man in vielen wunderschönen Galerien in Marcos cool world sehen. Insgesamt gesehen strahlt die Mini Serie "Die
Mars Chroniken" eine super spannende und sehr unheimliche Weltraumatmosphäre
aus. Dazu kommen einige ironische und makabere Bemerkungen von Marsianern,
die Ray Badbury in seinem Roman beschreibt. Diese Bemerkungen ergeben
teilweise skurile Dialoge und einige der besten Momente des Science-Fiction
Films. Einige Marsianer wirken gar bedrohlich, andere friedlich wie ein
kleines Kind. Friedrich Schütter (deutscher Schauspieler und beliebter
Kinderhörspiel Sprecher, z.B. als Professor in der Zeitmaschine Hörspiel
Reihe aus dem Maritim Verlag) ist die deutsche Erzähler Stimme, die zwischen
den drei Folgen eine Zusammenfassung mit seiner typisch dunklen, ein wenig
krächzenden Stimme spricht.
Die Mars Chroniken war und ist für mich ein einmaliges Erlebnis, es ist meine absolute Lieblings Science-Fiction Serie, die ich jedem empfehlen kann, der gerne Science-Fiction Filme sehen mag. "Die Mars Chroniken" hat mich fast mein ganzes Leben lang begleitet, weil ich es immer wieder geguckt habe und gehört habe. Hans Eckardt liest den Roman von Ray Badbury in seiner besten Lesung auf 7 CDs, die es immer noch zu kaufen gibt, auch im Internet über amazon oder ebay. Eine weitere interessante und informative Review über diese sagenumwobene Kult Serie kann man in diesem Simulationsraum Blog lesen. Einen hoch interessanten Hinweis über die unterschiedliche Länger der US und der deutschen Fassung der Mini Serie habe ich in einem Kommentar auf der Seite wunschliste.de gefunden, dort schreibt Mäx: Mäx (geb. 1969) schrieb am 12.04.2008: bei schnittberichte.com hat sich doch tatsächlich jemand die Mühe gemacht, die us-Fassung mit der ZDF Fasssung zu vergleichen. es gibt bei jeden Teil einen schnittbericht zu bewundern. bei Teil 2 fehlen der ZDF Fassung gleich 12 Minuten! Einfach in der Suche "Mars-Chroniken" eingeben und man wird fündig. Mir ist dass bis jetzt noch gar nicht aufgefallen, dass z.B. die Szene, in der ein Marsianer in Gestalt von Jesus Christus in einer Kirche erscheint fünf Minuten dauert, und gerade diese bemerkenswerte und erstaunliche Szene fehlt in der deutschen Version im Gegensatz zur US Version, wo sie vollständig vorhanden ist. Mich würden sehr die Gründe interessieren, warum das ZDF diese fünf Minütige „Jesus“ Szene völlig herausgeschnitten hat. Wer Interesse hat, mit mir darüber zu diskutieren, kann mich gerne zwecks eines Erfahrungs-und Meinungsaustauschs in meinem Film-Forum besuchen und dort einen Beitrag schreiben, in dem man mich ständig erreichen kann. |